Eine wahre Geschichte aus einer Therapiestunde
Die wunderbare Käsevermehrung
„Wenn ich ein Käse wäre, dann wären die Löcher alles, was an mir nicht stimmt."
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Das Bild
Ein Junge, acht Jahre alt, sitzt in einer Therapiestunde und weiß nicht, warum. Reden mag er nicht. Als er gefragt wird, woher die Unlust kommt, greift er lieber zum Stift.
Er malt ein Dreieck. Ein paar Kreise hinein. Dann erklärt er: Der Käse, das sei alles Gute an ihm. Die Löcher, das sei der Rest.
„Alle Erwachsenen schauen immer nur auf die Löcher."
Erster Versuch
Schau dir die Löcher an.
3 Löcher
Du musst dafür übrigens gar nichts tun. Sie wachsen von selbst.
Der Vorschlag
Und was, wenn wir auf den Käse schauen?
Noch nichts zu sehen
Das hier passiert nicht von allein. Du musst es festhalten.
Das Experiment
Fünf Minuten. Dann kurz anhalten.
Der Junge war skeptisch — so etwas gebe es doch gar nicht. Also haben sie es überprüft, statt darüber zu streiten: Wecker mitbringen, selbst stellen, etwas zusammen tun. Nach jedem Durchgang eine einzige Frage. War das gerade Käsevermehrung oder Löchervermehrung?
Fünf Durchgänge. Du stellst ihn selbst.
Nach dem fünften Mal
„Hier scheint es wirklich anders zuzugehen."
Der Junge kam freiwillig wieder, den Wecker in der Hand. Nichts an ihm hatte sich in einer Woche verändert. Nur die Richtung, in die geschaut wurde.
Löcher wachsen von allein, sobald man sie beobachtet. Käse wächst nur, wenn jemand hinschaut und es aushält, nichts zu reparieren. Das gilt für Kinder. Für Kolleginnen. Für dich selbst.
Nacherzählt nach einer Fallgeschichte von Mechthild Reinhard & Team, sysTelios LEBENSART. Text und Umsetzung dieser Seite sind eigenständig.